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Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Endokrinologie

Struma: Diagnose

Struma (Synonym:Kropf)

Definition

Jede Vergrößerung der Schilddrüse wird als Struma ohne Rücksicht auf die Ursache oder Funktion bezeichnet.

Die normale Schilddrüse ist nur bei sehr schlanken Menschen tastbar. Somit ist fast jede tastbare Schilddrüse eine Struma!
Merke: jede Struma muss hinsichtlich ihrer Ursache und ihrer Funktion abgeklärt werden!

Man unterscheidet (unabhängig von der Funktionslage der Schilddrüse):

A: nach Ursache

Endemische Struma

Ursache

  • Jodmangel
  • Früher war Österreich ein Endemiegebiet
  • Heute seltener geworden, da in Österreich das Speisesalz gesetzlich mit 15mg Kaliumjodid/kg Vollsalz jodiert werden muss
      

Sporadische Struma

  • Spontan auftretende Vergrößerung der Schilddrüse.
  • Bei Autoimmunthyreoiditiden und anderen Formen der Thyreoiditis.
  • Sonst als Folge von seltenen angeborenen Störungen der Hormonsynthese oder einer Resistenz der peripheren Zielzellen (z. B. Hypophyse, Leber, Skelettmuskel) gegen Schilddrüsenhormone.

B: nach morphologischer Erscheinungsform

1. Diffuse Struma

Jugendliche in Jod-Mangelgebieten, aber auch typisch für M. Basedow auch in gut Jod-versorgten Gebieten

2. (multi-, uni-) noduläre Struma

Erwachsene in Jod-Mangelgebieten

Symptome

Nehmen mit Größe der Struma zu.

  • Bei kleiner Struma meist keine Symptome oder nur kosmetisch (Blick in den Spiegel)
  • Globusgefühl („Knödel im Hals“)
  • Mechanische Lokalbefunde bis zu
    • Trachealstenose
    • Tracheomalazie (unter Röntgen-Durchleuchtung niesen lassen → Kaliberschwankung der Trachea)
  • Recurrensparese
  • obere Einfluss-Stauung

 

Diagnose

1) Palpation, geprüft wird

a. die Tastbarkeit (Normalbefund: Schilddrüse nicht palpabel)
b. ob Knoten tastbar sind
c. die Schluckverschieblichkeit
d. die Konsistenz

2) Ultraschall

a. Morphologische Beschreibung
b. Bei Knoten: Flüssigkeitsanteil
c. Messung der 3 Durchmesser pro Lappen (besser vergleichbar als Volumen in mL)
d. Beurteilung der Echogenität im Vergleich zu Muskulatur
e. Beschreibung der Durchblutung (auch von Knoten!)

 

Im Ultraschall erhebbare Hinweise für Malignität eines Knotens:

  • Hypoechogenität
  • Mikrokalzifikationen
  • Unregelmäßige Abgrenzung des Knotens
  • Nachweis einer Invasion in das umgebende Gewebe
  • Zentral gesteigerter Blutfluss
  • Regionale Lymphadenopathie

 

3) Szintigraphie (siehe auch bei Kapitel Hyperthyreose)

a. Morphologische Beschreibung
b. Beschreibung der Art der Aufnahme (homogen, inhomogen)
c. Beurteilung (besser Messung) des Uptakes
d. Bei tastbaren Knoten: kalt? heiß?

4) Labor

a. Freies T4 (eventuell auch Gesamt-T3), TSH (Definition der Funktionslage)
b. TPO Antikörper bei Verdacht auf Hashimoto Thyreoiditis (siehe dort)
c. TSH-Rezeptor Antikörper bei Verdacht auf Morbus Basedow (siehe dort)
d. Calcitonin bei Knotenstruma zur Früherkennung des medullären Schilddrüsenkarzinoms

5) Punktion, Indiziert bei

a. Zysten (sollten nach Möglichkeit abpunktiert werden → Zytolog. Untersuchung)
b. Soliden Knoten, die über 1cm groß sind oder bei denen im US Malignitätsverdachtszeichen erhoben wurden: Feinnadelpunktion zur Zytologie

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Letztes Update:12 März, 2009 - 16:36